givve CEO Patrick Löffler im Interview

CEO Patrick Loeffler

Fade Gutscheine braucht keiner!

Das Start-up Unternehmen givve (ehemals BonaYou) wurde 2010 von Patrick Löffler und Alexander Klaiber (CTO) gegründet. Aus der Idee das Geldschenken salonfähig zu machen wurde givve geboren: ein Gutschein in Form einer Prepaid-MasterCard®, der universell und weltweit einlösbar ist. Zuvor hat Patrick Löffler in Paris, London und München studiert und bei Seaquist Closures gearbeitet.

Heute zählt sein Unternehmen bereits 15 Mitarbeiter und konnte schon Kunden wie das Internetportal LinkedIn oder mybestbrands GmbH sowie mymuesli GmbH von seinem Produkt überzeugen. Dabei hat sich das Geschäftsmodell von givve im Vergleich zu seinen Gründungszeiten erheblich verändert.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen die givve Ltd. zu starten?

Eigentlich war das reiner Selbstzweck. Mit der Zeit wurde es einfach immer schwieriger, das richtige Geschenk zu finden – egal, ob für die Familie, Freunde oder Bekannte. Entweder hatte das Geburtstagkind schon alles oder mir hat einfach die Zeit gefehlt, um wirklich intensiv nach einem passenden Geschenk zu suchen. Gutscheine waren mir allerdings auch immer etwas zu fad, da sie meist eher die Interessen der Schenker widerspiegeln oder bis zum Verfallsdatum im Schreibtisch verstauben. Also warum nicht einfach die freie Auswahl schenken? Genau das war die Grundidee. Mit MasterCard und Wirecard hatten wir dann sehr schnell zwei großartige Partner, mit denen wir unsere Vision des perfekten Geschenks umsetzen konnten.

Zwischen der Idee für ein Start-up und der tatsächlichen Umsetzung steckt viel Arbeit. Wie hast du diesen Prozess wahrgenommen?

Wir waren von Anfang leidenschaftlich dabei. Und es war sehr befriedigend zu sehen, wie unser eigenes Projekt nach und nach Formen angenommen hat. Klar vergisst man dann auch schneller die durchgearbeiteten Nächte und das ständige Risiko, dass es vielleicht doch nichts wird. Aber ich bin heute sehr froh darüber, dass wir nicht nachgelassen haben. Die viele Arbeit hat sich definitiv gelohnt. Ich würde es heute nicht anders machen.

Ihr verkauft nach wie vor das gleiche Produkt, aber habt den Fokus von privaten Geldschenkungen auf die Personalvergütung im B2B-Bereich gelegt. Kannst Du den Lesern kurz und knapp erzählen, um was genau es sich jetzt bei der Karte handelt?

Aufgrund der von Anfang an hohen Nachfrage waren wir hauptsächlich mit unseren Geschenkkarten beschäftigt, bis ein Bekannter mich auf den sogenannten „44 Euro-Sachbezug“ aufmerksam machte. Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern zusätzlich zum Gehalt einen Sachbezug in Höhe von 44 Euro pro Monat zukommen lassen. Dieser Betrag ist frei von Steuer- und Sozialabgaben für beide Parteien, muss allerdings bargeldlos übergeben werden. Und genau hier kam unsere Karte ins Spiel!

Im Gegensatz zu Tank- und Essensgutscheinen, die genau auf dem gleichen Prinzip aufbauen, konnten wir den Arbeitnehmern mit unserer Karte die freie Auswahl bieten. Zusätzlich haben wir mit unserer Business Suite eine Software entwickelt, die es unseren Kunden erlaubt, die Karten selbstständig aufzuladen und damit den administrativen Aufwand möglichst gering zu halten. Die Unternehmen sparen sich erhebliche Personalkosten und die Mitarbeiter bekommen mehr Netto vom Brutto. Mit der Zeit haben wir uns immer mehr auf dieses Geschäftsmodell konzentriert, da wir es als zukunftsweisende und clevere Alternative zur Lohnerhöhung sehen.

Wie kann man sich den Arbeitsalltag bei givve vorstellen?

Momentan ist unser Büro im schönen Lehel gelegen, mit direktem Blick auf die Isar. Aber dank der vielen Arbeit kommen wir selten dazu die Lage wirklich auszukosten. Wir schauen uns auch bereits nach neuen Räumlichkeiten um, da unser Team kontinuierlich wächst. Von der Kartenproduktion, über den Vertrieb und die Kundenbetreuung bis hin zum Marketing erledigen wir alles selbst. Unser Mitbegründer Alexander Klaiber kümmert sich um den IT-Bereich, während ich in allen Bereichen gleichermaßen aktiv bin. Generell ist es mir sehr wichtig, dass meine Mitarbeiter Spaß an ihrer Arbeit haben. Denn nur wenn sie mit Leidenschaft dabei sind, können sie auch unsere Kunden begeistern. Unser Ziel ist, mit der givve Karte die Arbeitsqualität und Motivation der Arbeitnehmer in Betrieben zu verbessern – da macht es natürlich Sinn, bei den eigenen Mitarbeitern mit gutem Beispiel voranzugehen. Selbstverständlich nutzen wir die givve Benefit Card auch in unserem Start-up.

Welche Tipps würdest du Start-up-Gründern mit auf den Weg geben?

Ich kann eigentlich nur jedem, der mit dem Gedanken spielt ein Start-up zu gründen, raten es durchzuziehen. Auch vier Jahre nach unserer Gründung habe ich noch immer sehr viel Spaß daran mein eigenes Projekt voranzubringen und stetig zu verbessern. Aber man sollte immer realistisch bleiben. Auch wenn die Idee noch so gut ist – man darf niemals den Aufwand unterschätzen und sollte sich stets treu bleiben, aber auch offen für Input und Verbesserungsvorschläge sein. Wer weiß in welche Richtung sich die ursprüngliche Idee vielleicht weiterentwickelt?